8. Februar 2022

Vorankün­di­gung: Kunst­projekt „SYNERGIEN“ von Ulrike Donié

Ulrike Donié – Tafel (Ausschnitt)

Ulrike Donié – Tafel (Ausschnitt)

Unter dem Titel „SYNERGIEN“ wird ab Mai die Künstlerin Ulrike Donié den langen und beschwerlichen Weg des Menschen durch eine ihn bedrohende Natur bis hin zu einer Bedrohung der Natur durch den Menschen am KulturOrt Wintringer Kapelle über die Bildsprache von zwei gegenüberliegenden Gemälden an der Westwand (Tafelbild) und an der Ostwand (Tondo) thematisieren.

Der Mensch hat sich vor ca. 6 Millionen Jahren von einem in der Natur völlig eingebundenen, bis heute zu einem die Natur völlig beherrschenden Wesen entwickelt. Die Fähigkeiten, sich die lebensfeindliche Welt zum physischen Überleben zu unterwerfen, haben zu technischen und später wissenschaftlichen Errungenschaften geführt, die Fluch und Segen zugleich sind. Aus dem legitimen Interesse, die Natur zur Lebenssicherung zu nutzen, ist eine die Natur und damit auch den Menschen selbst existentiell bedrohliche Umwelt- und Klimazerstörung geworden, die kaum noch aufzuhalten ist... Nun sind im Laufe der menschlichen Entwicklung auf die gleichen Fragen unterschiedliche Antworten gegeben worden. Religionen, Politik, säkulare Ethik, Kunst und Wissenschaft bieten auf gleiche Problemstellungen oft andere Lösungen an, was Orientierung erschwert... (Meine) Kunst soll durch ihre eigene Symbolsprache und Ausdrucksweise, die das Unterbewusste des Betrachters anspricht und emotional wirksam ist, den Prozess der Bewusstmachung für die jetzige Umweltsituation unterstützen. Widerstreitende Gefühle werden erzeugt.

Ulrike Donié

Kurzvita und Aus­stel­lun­gen

1961 In Saarbrücken geboren
1984-1987 Werkhochschule Saarbrücken (Grundlehre)
1991 Aufnahme der Arbeit als Künstlerin
2008 Artist in residence, Kunstakademie Nagoya, Japan
2018 Kunstverein Emmerich (E)
Kunstverein Duisburg, Juni (E)
Kunstverein Soest, Oktober (E)
Städtische Galerie, Kunstforum Neuenrade, September (E)
2019 Pavillon du Centenaire Esch, Luxemburg (E)
Kunstforum Neureut (E)
Kunst im Landtag Rheinland-Pfalz (E)
Kunstverein Ingelheim (E)
Museum für Bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm (G)
Kulturring Meschede (E) (K)
2020 Neuer Kunstverein Aschaffenburg "starke Frauen" Symposium mit Ausstellung Großobjekt für den Außenbereich „Big Bugs“
Kunstverein b-05 Kultur- Kunst-Natur Kunstverein Montabaur Kunstfreunde Lindau, Kunst in St. Stephan (E)
KunstWerk Fellbach e.V. Fellbach (E)
Museum Koenraad Bosman, Rees (E)
Kunstverein Meppen (E)
Kunst in der Maschinenhalle Scherlebeck, Herten (E)
Projektraum k-Salon, Berlin mit Susanne Husemann (E)
Museum Pachen, Rockenhausen (E)
2021 Kunstverein Weiden (E)
Museen Miltenberg (E), Ankauf Kunsthalle Hilsbach (E)
Museum Mölln (E)
Kunstverein Ladenburg (E)
Kunstausstellung Natur-Mensch St. Andreasberg
Kunstverein Germersheim „VIELFACH NATUR“ (G)
Kunstverein Frechen (G)
Kunstverein Bad Salzdetfurth (G)
Galerie Kunstzone M1, Gera (G)
2022 Peripherie galerie im sudhaus, Tübingen (E)
Gmünder Kunstverein, Galerie im Kornhaus (E)
Städtische Galerie Stapflehus, Weil am Rhein (E)
Kunstgalerie „Altes Rathaus“ Schwarzenbach an der Saale (Corona bedingt auf 2023)
Museum im Deutscherrenschloss, Münnerstadt (E)
KulturOrt Wintringer Kapelle Kleinblittersdorf, Saarbrücken (E)
Museum Schloss Ratibor, Roth (E)

28. Oktober 2021

Filmvorstellung: [Ver]WANDLUNG – Welten­kreis Erde

Zum aktuellen Kunstprojekt wurde von Peter Michael Lupp und Hannah Bernardy ein Begleitfilm realisiert.

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20. Juli 2021

Konzert für Schafe und die Vielfalt der Arten

Trioformation Autochthon reagiert mit Klangexperiment auf Corona und den Notstand der Natur

In einer Zeit in der die Menschheit durch eine Virus-Pandemie auf dem Prüfstand steht und gleichzeitig ihr einziger Lebensraum von einem enormen Artensterben heimgesucht wird, haben drei experimentierfreudige Musiker – Hartmut Oßwald (Saxophone, Bassklarinette), Stefan Scheib (Kontrabass) und Wolfgang Schliemann (Schlagwerk) – ein außergewöhnliches Kunstprojekt realisiert.

Die Trioformation trägt den Namen „Autochthon“ (altgriechisch: Αὐτόχθων = „Erdentsprossener“ für „einheimisch, eingeboren, alteingesessen oder hier entstanden“) und in diesem Sinne verstehen sich die Musiker als Eingeborene des mitteleuropäischen Raums, als Einheimische sind sie bodenständig, als Weltbürger alteingesessen. Verwurzelt im Tradierten und offen für Impulse und Fragen von außen sind sie dem Klangreichtum und der Vitalität der improvisierten Musik verbunden.

In einer Zeit in der die Menschheit durch eine Virus-Pandemie auf dem Prüfstand steht, zog die Formation im Sommer ins Biosphärenreservat Bliesgau, um ein Konzert für Schafe und mit gleichem Ton auch für die Artenvielfalt aufzuzeichnen. Schauplätze waren der KulturOrt Wintringer Kapelle auf dem Wintringer Hof nahe Kleinblittersdorf und offene Schafweiden zwischen Seelbach und Heckendalheim.

Vor Ort – im Offenen – knüpfte die Trioformation auf künstlerische Art und Weise (Klang – Film – Poesie) an das Verhältnis des Menschen zu seinem Lebensraum – die Biosphäre Erde – an. Unter dem Leitsatz „Man and the Biosphere – Der Mensch und die Biosphäre“ bringt die UNESCO ihre Vision von nachhaltigem Zusammenleben von Mensch und Natur auf den Punkt.

Der Künstler/Freund des Trios KunstSchäfer Rudolf Schwarz hat das Projekt mit seinem Fachwissen als Schäfer inspiriert und konnte die Bliesgau-Bio-Schäferei Ernst in Assweiler/Seelbach mit ihrer Schafherde als Beteiligte gewinnen. Die filmische Bearbeitung realisierten Katharina Bihler, Stefan Scheib und Hartmut Oßwald. Peter Michael Lupp (Kulturreferent Regionalverband Saarbrücken) reflektierte das Werk mit einem poetischen Prolog und aktuellen Bezügen u.a. zum Biosphärenreservat Bliesgau.

Entstanden ist ein Gesamtkunstwerk: Skurrile Klang- und Bildwelten über die sich im ersten Augenblick sogar schmunzeln lässt und zugehörig eine Textur, die zum Nach- und Weiterdenken einlädt. Spätestens auf den zweiten Blick erahnen die Zuschauer, was sich das Trio nebst heiterer Freude am Experiment, in einer zauberhaften, spätsommerlichen Kulturlandschaft auf die Fahnen geschrieben hat: Die Wirklichkeit auch vor dem aktuellen Hintergrund von Corona und Ökozid, aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen und mit der Kulturlandschaft – Biosphäre – Bliesgau auf direkte weise künstlerisch in Beziehung zu treten und eben nicht in Form eines klassischen Auftritts, einem Konzert vor Menschen. Die begleitenden Texte lassen die Intention im Kern verstehen und weben die Bilder und Klänge wie ein Gedicht zusammen.

Auf der Suche nach Hoffnungsfeldern einer ökologisch und ethisch vertretbaren Daseinsform des Menschen experimentiert die ungewöhnliche Idee letztlich auch mit der Frage, inwieweit Klangwelten, poetische Bilder und Texturen eine transformative Energie zwischen Lebewesen und Lebensraum auslösen können.

Peter Michael Lupp zum Experiment

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6. April 2021

[Ver]WANDLUNG – Welten­kreis Erde

Im Rahmen der jährlichen Kunstprojekte per annum realisierte der Bildhauer Martin Steinert am KulturOrt Wintringer Kapelle im April 2021, in gleicher Technik wie in Auersmacher, eine hölzerne Skulptur in Form einer Kugel. Sie trägt den Titel „[Ver]Wandlung – Weltenkreis Erde“ und reagiert im künstlerischen Prozess auf die Installation Mensch – Heil oder Dorn der Schöpfung, die der Künstler 2020 in der kath. Kirche Maria Heimsuchung in Auersmacher geschaffen hat.

Galleriebild #1
Galleriebild #2

Die Skulptur „Weltenkreis Erde“ artikuliert über die Sprache der Kunst den heilsamen Prozess eines sozialen und ökologischen Wandels der Menschheit zugunsten einer besseren Welt. Im globalen Netzwerk von derzeit 714 UNESCO-Biosphärenreservaten kann diese „Verwandlung“ eine besondere Dynamik erfahren.

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7. Juli 2020

Nachtruf

Leslie Huppert

Drive in art – die Kunst lebt

Videoprojektionen der Künstlerin Leslie Huppert projizieren den Stellenwert der Kunst in der Krise auf das mittelalterliche Bauwerk

Galleriebild #1

Am Dienstag, 7. Juli 2020, wurden mit Einbruch der Nacht Videos von außergewöhnlichen Kunstwerken verschiedener Künstlerinnen und Künstler auf die Innen- und Außenfassaden der Wintringer Kapelle projiziert. Einige der künstlerischen Reflexionen, die in der nächtlichen Atmosphäre in Erscheinung traten, haben sich auch mit der Frage beschäftigt, wie die Menschheit die Zukunft dieser einzigartigen Biosphäre – der Erde – gestaltet.

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18. Juni 2020

FENSTER inzwischen den Welten

Genc Mulliqi

Eine künstlerische Reflexion im Spiegel der symbolischen Bedeutung der Fenster der spätgotischen „Wintringer Kapelle“

Galleriebild #1

Der albanische Bildhauer Genc Mulliqi war bis Mai 2020 Gastkünstler im Kulturzentrum am EuroBahnhof e.V. Saarbrücken. Er lebt und arbeitet in Tirana/Albanien als Professor der Bildhauerklasse an der Fakultät der Schönen Künste der Hochschule für Kunst in Tirana. Nach einem Besuch am KulturOrt Wintringer Kapelle schuf er in seinem Gastatelier im KuBa unter dem Titel „FENSTER inzwischen den Welten“ eine „Kopfskulptur“ aus gebranntem Ton. Das Werk wird im Jahresverlauf 2020 vor Ort gezeigt und zum Ausgangspunkt für Ortsgespräche.

Genc Mulliqi begreift sein Werk als metaphorische „Lichtbrücke“ zwischen dem Inneren des sakralen Raumes und der Außenwelt. Auf einer anderen Ebene möchte er mit seinem Werk die Beziehungen zwischen Mensch und Natur visuell verhandeln.

Faltblatt

Interview mit Genc Mulliqi (engl.)

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19. November 2019

Mensch – Heil oder Dorn der Schöpfung

Mensch Heil oder Dorn der Schöpfung

Mensch
Heil oder
Dorn der
Schöpfung

Eine künstlerische Prozessarbeit über die Zukunft der Erde

Martin Steinert (Bildhauer)
François Schwamborn (Lichtkunst)

Ab November werden unter dem Titel WANDLUNG die Modelle des Bildhauers Martin Steinert, die als Grundlage für den künstlerischen Prozess entstanden sind, gezeigt.

Flyer 

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10. Dezember 2017

Klanginstallation SCHRITTE STILLE

Liquid Penguin Ensemble

Katharina Bihler Stefan Scheib

Liquid Penguin Ensemble

Einführung, Peter Michael Lupp
Klangprobe, Katharina Bihler und Stefan Scheib

Der KulturOrt Wintringer Kapelle auf dem Wintringer Hof ist seit dem Mittelalter auch ein Wegzeichen, eine Ortsmarke, ein Halte- und Orientierungspunkt für Menschen auf Wegsuche. Darauf nimmt eine eigens für den Ort entwickelte Klanginstallation des Liquid Penguin Ensembles Bezug. In ihrer Mehrkanal-Installation arbeiten Katharina Bihler und Stefan Scheib mit dem hörbaren Aspekt des Wanderns, Pilgerns, Gehens sowie mit Texten, die sich mit dem Spannungsfeld zwischen Flüchtigkeit und Bestand auseinandersetzen.

Das Landgasthaus des Wintringer Hofes ist geöffnet und bietet ein Adventsfeuer mit Punsch zum Aufwärmen an.

Programmflyer 

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17. März 2016

Il fait froid [moving identity 3]

Leslie Huppert

Il fait froid

Der KulturOrt Wintringer Kapelle steht seit 2011 im Zeichen des Leitthemas „Die Grenzen des Wachstums“ (siehe per annum MMXI ff.). Darauf hat die Künstlerin Leslie Huppert (Trägerin des Kulturpreises für Kunst des Regionalverbandes Saarbrücken 2014) aus aktuellem Anlass Bezug genommen. 2015 hat sich die Künstlerin mit Menschen, die auf der Flucht sind, künstlerisch auseinander gesetzt.

Einführung: Peter Michael Lupp
Künstlergespräch mit Leslie Huppert und Diskussion
Musikalische Reflexionen: Hartmut Osswald

Dieser neue künstlerische Impuls am KulturOrt Wintringer Kapelle ist Ausgangspunkt für eine Kooperation mit dem KuBa-Kulturzentrum am Eurobahnhof in Saarbrücken. 2016 wird dort eine fortführende Ausstellung und ein themenbezogener öffentlicher Diskurs stattfinden.

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Leslie Huppert in ihrem Atelier

In Interaktion mit ihrer Installation am KulturOrt Wintringer Kapelle arbeitet Leslie Huppert seit dem Frühjahr 2016 mit jungen Flüchtlingen, um über die Brücke des künstlerischen Arbeitens, Möglichkeiten zur Integration zu bieten.

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