Projektinformation 

Filmbeitrag zum Projekt

Die Idee

Zwischen 2006 und 2010 wurde entlang der wiederentdeckten Jakobswege ein einzigartiges Projekt realisiert. Mit Unterstützung offizieller Partner und der Bevölkerung sind zwischen Speyer, Saarbrücken/Sarreguemines und Metz im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen Wegezeichen entstanden, die auf die große Tradition des Jakobskultes hinweisen. Es handelt sich um Jakobsmuschelsteine, Wegeornamente aus Feldsteinen und in Stein gehauene Sternensymbole.

Sternensymbole

Diese Wegezeichen sind dem touristischen Netzwerkgedanken verpflichtet: Einerseits wird durch das Projekt die Gesamtregion kulturtouristisch vernetzt, andererseits lenken die Wegezeichen den Blick auf bedeutende Kulturdenkmäler, die Kulturgeschichte der Landschaft und den Jakobskult.

Die Wegezeichen

Jakobsmuschelsteine

Symbolisch nehmen diese Wegezeichen auf verschiedene historische Aspekte Bezug.

Jakobsmuschelstein

Auf den gesamtem Wegerouten von Speyer über Saarbrücken nach Metz (Vernetzungszone) wird auf das Symbol des Apostel Jakobus und aller Jakobspilger, die Jakobsmuschel, Bezug genommen. Von Hand, nach galizischen Vorbildern, gefertigte Jakobsmuschelsteine wurden an bestimmten Stellen in den Boden eingelassen. Sie haben eine symbolkräftige Aufgabe: Sie verweisen auf interessante mittelalterliche Baudenkmäler entlang des regionalen Jakobweges oder markieren Blickachsen in der Landschaft und erinnern an die Jakobspilger, die bereits im Mittelalter durch diese Region nach Santiago de Compostela unterwegs waren.

Wegeornamente aus Feldsteinen

An ausgesuchten Stellen auf den Routen Hornbach – Saarbrücken/Spicheren und Hornbach – Sarreguemines (Kernzone des Projektes) erinnern „Wegeornamente“ aus Feldsteinen an die Tradition der alten Wegbefestigungen. Diese versunkenen Wege wurden bereits zur Zeit der Römer von Hand kunstvoll „gestickt“.

Wegeornament

Links: Wegeornament bei Herbitzheim. Hier wurde der versunkene Weg in einem kleinen Segment „gehoben“, d. h. originalgetreu wiederhergestellt. Rechts: Ortseingangsband von Böckweiler aus Muschelkalksteinen.

Sterne

Die Sterne spielen auf die seit dem Mittelalter gebräuchliche Bezeichnung „Sternenweg“ an, der als Synonym für den Jakobsweg bereits insbesondere in Spanien gebräuchlich war. An das uralte Staunen der Menschen angesichts des Sternenhimmels und seiner Deutung als Wegweiser nach Santiago de Compostela wird so erinnert.

Rekonstruierte Sternenmotive, die auf Sterndarstellungen in den mittelalterlichen Baudenkmälern der Region Bezug nehmen, sind in einem über den Weg verlegten Schmuckband aus Feldsteinen jeweils an der rechten Seite vor den Ortseingängen (nur in der Kernzone des Projektes) eingelassen und begrüßen vorbeiziehende Pilger.

Sterne

Die Philosophie

Naturnaher Kulturtourismus oder das behutsame Unterwegssein von Ort zu Ort

Die Philosophie des Projekts beruht auf den Merkmalen eines naturnahen Kulturtourismus: Von der Natur inspirierte, behutsam gestaltete Wegezeichen am Wegesrand werden zu den Vermittlern manchmal unentdeckter Sehenswürdigkeiten. Ein naturnaher Kulturtourismus greift dabei weder in die Landschaft ein, noch verändert er sie längerfristig.

Die Wegezeichen stellen einen Bezug zu den alten Jakobswegen her, die auch durch die hiesigen Regionen führten und tragen somit zur Erhaltung historischer Wegeverbindungen bei. Sie bieten einen Orientierungspunkt und vielleicht auch eine Anregung für alle jene, die sich mit allen Sinnen mit ihrer Heimat bzw. der Landschaft, in der sie gerade unterwegs sind, auseinandersetzen und sich dadurch zuletzt auch selbst näher kommen wollen.

Der Projektraum – Kernzone und Vernetzung mit Rheinland-Pfalz und Lothringen

Die Wegeachse vom Kaiserdom zu Speyer über Kloster Hornbach, Saarbrücken/Sarreguemines bis zur Kathedrale nach Metz hatte bereits im Mittelalter für Jakobspilger eine große Bedeutung. Wie ein roter Faden schlängeln sich die wiederentdeckten Routen durch die Region.

Karte Projektraum

Kernzone Saarland

Die Kernzone des Projektes „Sternenweg/Chemin des étoiles“ bilden die beiden saarländischen Routen der Jakobswege vom Ausgangspunkt des Klosterstädtchens Hornbach in der Pfalz über die saarländische Südroute zum französischen Sarreguemines sowie auf der saarländischen Nordroute nach Saarbrücken bis zur Staatsgrenze nach Spicheren. In diesem Projektraum befinden sich auf dem Pilgerweg eingelassene steinerne Jakobsmuscheln, Wegornamente und Sternsymbole.

Vernetzung mit der Pfalz und mit Lothringen

In einer zweiten Phase wurde das Projekt auch auf die Nachbarregionen Pfalz und Lothringen ausgedehnt, um dem Tourismus der gesamten Großregion Impulse zu geben und das Zusammenwachsen der Region zu befördern.

Faltkarte

Für das Projekt wurde eigens eine Faltkarte publiziert, die zum Erkunden und Entdecken der Wegezeichen und ihrer Geheimnisse am Rande der Wege der Jakobspilger in der Großregion Pfalz, Saarland und Lothringen einlädt.

In dieser Publikation sind alle Wegezeichen auf den symbolisch eingezeichneten Wegerouten dargestellt. Die dazugehörigen Hintergrundinformationen werden mit Texten und eindrucksvollen Bildern vermittelt. Darüber hinaus gibt es allgemeine Informationen und touristische Ansprechpartner zu den Jakobswegen auf der Wegeachse von Speyer, Saarbrücken/Sarreguemines nach Metz.

Faltkarte Sternenweg

Die Faltkarte Sternenweg/Chemin des étoiles ist u. a. bei der Tourismus Zentrale des Saarlandes, der Saarpfalz-Touristik, der Pfalz-Touristik und der St. Jakobus-Gesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland erhältlich.

Faltbroschüre zu den Jakobswegen in der Pfalz

Weitere Informationen bei der Pfalz.Touristik e.V.

Das Projekt „Sternenweg/Chemin des étoiles“ ist ein Modell für eine neue Wanderkultur. Sinnlich erfahrbare Wegezeichen erinnern daran, sich einmal die Zeit zu nehmen, die vorgefundene Kulturlandschaft und den Mythos „Jakobsweg“ zu entdecken und das Erlebte auch zu verarbeiten. Denn das entschleunigende Pilgern von Ort zu Ort schafft Zeit und Raum für Reflexionen. Neugierde und Entdeckergeist gehören ebenso dazu, wie die Offenheit für die kleinen Dinge am Wegesrand, die oft übersehen werden. Sukzessive werden alle 162 Jakobsmuschelsteine mit GPS erfasst.

Bildband

„Poetische“ Dokumentation eines Modellprojektes entlang der europäischen Wege der Jakobspilger in Teilen des Saarlandes, der Pfalz, Lothringens und des Elsass.

Sternenweg

Ein Bildband zum Pilgern mit den Augen und spannenden Hintergrundinformationen. Format 245 x 290 mm, 504 Seiten, Hardcover, französische Kurzfassungen. Preis: 25,– € (zzgl. Versandkosten)

Bezugsquelle

Tourist Information im Saarbrücker Schloss
Schlossplatz 1–15
66119 Saarbrücken
Tel. 0681 / 506-6006
touristinfo@rvsbr.de

Weitere Informationen

Eine zugehörige Internetseite flankiert die Dokumentation und liefert neben kulturtouristischen Informationen und einer interaktiven Karte individuelle Routenplanungen zum Pilgerwandern und Spurensuchen auf dem „Sternenweg“: www.sternenweg.net

Auf Anfrage sind Vorträge und Lesungen möglich. Kontakt: peter.lupp@rvsbr.de