Kulturort Wintringer Kapelle    
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per annum MMXXI

Verwandlung

Die Schreie der unerlösten Welt
Ringen im Bodenlosen
Ausgesetzt der Urgrund von Natur und Kreatur

Unüberschaubar die Fragen
Die Grenzen um das Eigene sind schnell gezogen
Doch es geht um alles

Wer

Im Rauschen der Zeit den Urklang der Gaia hört
An der Schwelle der Zukunft Überkommenes vergisst
Frei Raum erobert
Ins Offene tritt
Das Ganze erkennt
Die Offenbarung überschreitet
Neues ans Licht holt
In Beziehung geht
Wissen teilt
Aufersteht und handelt

Der

[Ver]wandelt sich und die Welt
Heilt und erlöst
Sät Zukunft

Peter Michael Lupp | März 2021

[Ver]WANDLUNG – Weltenkreis Erde

Gemeinsam + heilsam den Wandel im Netzwerk der weltweiten UNESCO—Biosphärenreservate gestalten

Der künstlerische Prozess [Hintergrund]

Auf Initiative des Regionalverbandes Saarbrücken, widmet sich seit 2019 ein prozessorientiertes Kunstprojekt im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau[Download] der Zukunft der Erde. Die Schauplätze des Kunstprojektes sind die kath. Kirche Maria Heimsuchung in Auersmacher und der KulturOrt Wintringer Kapelle auf dem Wintringer Hof. Beide Orte liegen im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau, das als Modellregion und „Ideenlabor“ für ein zukunftsfähiges Miteinander von Mensch und Natur steht.

Ziel ist, mittels der Sprache der Kunst und der Kultur, eine Annäherung zu einem ökologisch und ethisch tragfähigen Verhältnis zwischen Mensch und Natur zu inspirieren und den globalen Kontext zu visualisieren. Die beteiligten Künstler sind Steinert [Bildhauer] und François Schwamborn [Lichtkunst 2020].

Eine zusätzliche Komponente verwebt die Entstehung der Kunstwerke mit inhaltlichen Essenzen, die den Prozess und seine Vision in poetischer und in weitestem Sinne auch philosophischer Sprache umschreiben. Diese Rolle übernimmt der Kurator und Ideengeber des Kunstprojektes Peter Michael Lupp vom Regionalverband Saarbrücken, der den gesamten Prozess inhaltlich begleitet und mit Texten und Fotografien dokumentiert. Das bildnerische Werk ist demnach nicht nur was das Auge erkennen kann, sondern auch das, was sich hinein- und überdenken lässt.

Der gesamte Prozess wird durch die Corona-Pandemie überschattet, die überdeutlich das Verhältnis der Menschheit zur Natur zur Sprache bringt und nach Antworten ringt…

Prozessphase 2020 → Katholische Kirche Maria Heimsuchung Auersmacher

Mensch
Heil oder
Dorn der
Schöpfung

Im Rahmen der Passionsspiele Auersmacher formte der Bildhauer Martin Steinert über dem Altar der kath. Kirche Maria Heimsuchung in Auersmacher eine überdimensionierte Dornenkrone. Scheinbar schwebend über dem Altar zitiert das Bild eine Menschheit, die sich als Krone der Schöpfung versteht und den Planeten Erde zunehmend mit Dornen übersät. Der Lichtkünstler François Schwamborn hatte auf diese Skulptur der Dornenkrone 2020 eine Lichtinstallation projiziert, die die differenten Sichtweisen und Beweggründe der Menschheit zur Zukunft der Erde zum Ausdruck brachte.

Weitere Informationen und Film

Brevier zum Projekt (44 Seiten, illustriert, Preis 3 Euro),
erhältlich vor Ort und peter.lupp@rvsbr.de

Prozessphase 2021 → KulturOrt Wintringer Kapelle

[Ver]Wandlung — Weltenkreis Erde

Gemeinsam + heilsam den Wandel im Netzwerk der weltweiten UNESCO-Biosphärenreservate gestalten

Im Rahmen der jährlichen Kunstprojekte [per annum] realisiert der Bildhauer, Martin Steinert, am KulturOrt Wintringer Kapelle eine hölzerne Skulptur in Form einer Kugel. Sie trägt den Titel „[Ver]Wandlung — Weltenkreis Erde“ und reagiert im künstlerischen Prozess auf die Installation „Dornenkrone“ [Mensch – Heil oder Dorn der Schöpfung], die der Künstler 2020 in der kath. Kirche Maria Heimsuchung in Auersmacher geschaffen hat.

Die Entstehung der Skulptur „Weltenkreis Erde“ artikuliert, über die Sprache der Kunst, den heilsamen Prozess eines sozialen und ökologischen Wandels der Menschheit, zugunsten einer besseren Welt. Im globalen Netzwerk von derzeit 714 UNESCO-Biosphärenreservaten [Download] kann diese „Verwandlung“ eine besondere Dynamik erfahren.

Um das weltumspannende Netzwerk der „Ideenlabore“ zu visualisieren, werden im Entstehungsprozess der Skulptur, mit der Beteiligung von vielen Menschen vor Ort, grün eingefärbte Holzsegmente in die Skulptur eingefügt. Jedes einzelne Holzsegment steht für ein UNESCO-Biosphärenreservat auf der Erde.

Wirklichkeiten neu und anders sehen: Die künstlerische Ausdrucksform

Die beiden Symbolbilder „Dornenkrone“ und „Weltenkreis Erde“ wurden/werden von dem Bildhauer Martin Steinert durch das Ineinanderfügen, Verbinden und Vernetzen von Segmenten aus regionalem Holz geformt. Diese Technik verbildlicht in hohem Maße die Interaktion von unzähligen menschlichen Sichtweisen und Vorstellungen bei der Gestaltung von Leben[s]Räumen und Zukunft. Durch die Verbindung der Hölzer zu der Kugel „Weltenkreis Erde“ kommt die Verantwortung jedes UNESCO-Biosphärenreservates [grünes Holzsegment], aber auch jedes einzelnen Menschen für die Statik des Ganzen zum Vorschein. Nur auf der Grundlage von Eigenverantwortung, Wissen und Handeln, kann der gesamtgesellschaftliche Wandel neu verhandelt werden!

Die Leerstellen im Gefüge der Skulpturen verdeutlichen die Relevanz von Transparenz als Grundlage für einen synergetischen äußeren und inneren Zusammenhalt der UNESCO-Biosphärenreservate. Vernetztes ökologisches Denken wird in einer immer komplexeren Lebenswelt zum Impulsgeber für den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel. Durch einen wirksamen Austausch und Wissenstransfer können sich Leerstellen sukzessive durch Wissen „was die Welt im Innersten zusammenhält“(Goethe) verwandeln.

[Auf einer weiteren Symbolebene nehmen die grünen Holzsegmente Bezug auf den europäischen „Green Deal“, der sich als Wandelprojekt für Klima und Mensch versteht und sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2050 die Netto-Treibhausemissionen auf null zurückzuführen, eine Kreislaufwirtschaft zu etablieren und wichtige Bodendiversitätsziele zu erreichen. Dieser „Green Deal“ könnte zum Identifikationsprojekt für den gesamten Weltenkreis werden.]

Mitwirkung und Beteiligung [Partizipation]

Der Entstehungsprozess der Skulptur „Weltenkreis Erde“ vollzieht sich unter der Mitwirkung/Beteiligung von Menschen vor Ort. Die 714 Holzsegmente werden von Mitarbeiter*innen der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Obere Saar zugeschnitten und mit einer grünen Öko-Farbe eingefärbt. Sie und Gäste des Wintringer Hofes können sich in der Entstehungsphase der Skulptur aktiv am künstlerischen Prozess beteiligen und symbolisch einen Impuls für den Wandel setzen.

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714 Impulse des Wandels der jungen bühne auersmacher

Auf Initiative der Amateurschauspielgruppe „junge bühne auersmacher“ entsteht darüber hinaus in der kath. Kirche Maria Heimsuchung in Auersmacher im Blickfeld der „Dornenkrone“ ein Miniatur-Modell „Weltenkreis Erde“ in das 714 Impulse des Wandels in eine bessere Welt öffentlichkeitswirksam eingewebt werden.
[Kontakt: Josef Lang, josef.lang@vodafonemail.de]

Wandern zur Kunst [Weg des Wandels]

Beide Schauplätze werden über einen temporären „Weg des Wandels“ verbunden. Die Wegführung folgt den Wegen der Jakobspilger, dem „Sternenweg“ mit wunderbaren Blickachsen in die alte Kulturlandschaft des Bliesgaus und ermöglicht ein ganz neues Format des Unterwegsseins:Kunstwandern für den Wandel.
[→ nach Auermacher, ca. 6 km]

Wissenstransfer: Durch die Kunst zur Welt sprechen

Das Bild[Ver]Wandlung — Weltenkreis Erde — Gemeinsam + heilsam den Wandel im Netzwerk der weltweiten UNESCO-Biosphärenreservate gestalten
(Anschreiben/Fotografien/Kurzdarstellung) wird im Mai/Juni 2021 vom Biosphärenzweckverband Bliesgau an alle 714 UNESCO-Biosphärenreservate der Welt gesendet. Aufgerufen wird dazu, ein Zeichen der Verbundenheit in Form eines Zitates für den Wandel sowie einen Hinweis auf eigene Kunstprojekte zur Nachhaltigkeit zurückzusenden. Alle Rücksendungen werden virtuell auf der Internetseite des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau dargestellt.

Erstmals wird damit durch ein Kunstprojekt, die globale Wirkkraft der UNESCO-Biosphärenreservate visualisiert.

[Mit dem Kunstprojekt soll im Rahmen der Regionalentwicklung erforscht werden, inwieweit sich ökologisches Denken und Handeln durch flankierende künstlerische Prozesse intensivieren lässt. Das Projekt versteht sich als Beitrag zur kulturellen Bildung für nachhaltige Entwicklung und liefert zudem ein Beispiel zur MAB-Aktion PROUD TO SHARE, das eine internationale Vernetzung bei der nachhaltigen Wissensvermittlung vorantreiben möchte. Hintergrund: Auf der ganzen Welt arbeiten engagierte, ideenreiche Menschen daran, die von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 beschlossenen „Agenda 2030“ mit ihren 17 „Sustainable Development Goals (SDGs)“ (globale Nachhaltigkeitsziele) zu erreichen. Die Kampagne „#ProudtoShare — Tell the story of your biosphere reserve and get the chance to inspire the world!“ des UNESCO-MAB-Programms hat zum Ziel, diese Aktivitäten vor den Vorhang zu bringen und so zu zeigen, wie Biosphärenreservate durch das Engagement ihrer Bewohner erfolgreich zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele beitragen.]

Wissen + Handeln. Eine engagierte Kunst inspiriert Lebensraum.

Stimmen zum Projekt:

Bild Bild Bild Bild

„…Die verwandelnde Kraft der Künste kann in der aktuellen gesellschaftlich-kulturellen Krise sinnstiftend wirksam werden, wenn sie aktiv in die Prozesse der Meinungsbildung integriert wird. Wir haben uns daher mit diesem prozessorientierten Kunstprojekt zum Ziel gesetzt, über die Sprache der Kunst und Poesie, neue Wege und Formen der Verständigung und Vernetzung auszuloten, um Menschen für ein selbstbewusstes Denken und beherztes Handeln im anstehenden sozialen und ökologischen Wandel zu gewinnen…“, erläutert Peter Michael Lupp eine der Intensionen des künstlerischen Prozesses.

„Meine Kunst reagiert zumeist auf einen besonderen Ort oder ein Thema im Kontext von Kulturen und Menschen und beinhaltet daher zumeist einen partizipativen Ansatz. Menschen können sich gedanklich an meinen Werken beteiligen und sind ganz frei, sich ein eigenes Bild davon zu machen. In Zusammenhang mit der Frage, wie wir die Erde zu einem besseren Ort machen können, freue ich mich seit 2020 an einem künstlerischen Prozess mitzuwirken, der versucht, neue Formen des kulturellen Dialogs zu entfachen. Hier wirken die unterschiedlichsten Akteure über das Format der Kunst - als Vermittlerin bei der Gestaltung des Wandels - zusammen. Dieser Prozess ist ein Experiment und Modell zugleich, das sicher auch im globalen Netzwerk der UNESCO-Biosphärenreservate einen Impuls setzen wird…“, so der Bildhauer Martin Steinert.

„Das Kunstprojekt „Mensch - Heil oder Dorn der Schöpfung“ hat sowohl bei allen Mitwirkenden der jungen bühne auersmacher, als auch bei den Menschen, die in der katholischen Kirche Auermacher mit dem Werk in Berührung gekommen sind, eine große Resonanz erzeugt! Wir sehen uns als Bindeglied in einem künstlerischen Prozess, der aufzeigt, wie wichtig die Kulturarbeit und die Kunst bei Gestaltung des Wandels in einer gesellschaftlich-kulturellen Krise ist, deren Ursache wohl der Raubbau der Menschheit mit seinem eigenen Lebensraum, der Erde, ist. Wir werden diese wertvolle Kulturinitiative des Regionalverbandes Saarbrücken mit den künstlerischen Impulsen einer Schauspielgruppe begleiten, um den Menschen, die hier leben, die Bedeutung eines anstehenden Prozess eines ökologischen Wandels zu spiegeln. Das Beispiel unterstreicht die Bedeutung der Kulturarbeit in der Modellregion Biosphärenreservat Bliesgau. Die Macht der Nächstenliebe kann die Welt verändern - [ver]wandeln. Sie kann auch den blauen Planeten, unsere einzige Erde, retten…“, so der künstlerische Leiter der Amateurschauspielgruppe „junge bühne auersmacher“

„Das mittelalterliche Kulturdenkmal ist sprichwörtlich das Herzstück des Wintringer Hofes und als KulturOrt eine Keimzelle auf die wir besonders stolz sind. Seit über 20 Jahren vollzieht sich hier auf Initiative des Regionalverbandes Saarbrücken eine Inwertsetzung zu einem KulturOrt, der mittlerweile weit über die Grenzen bekannt ist. Durch die Kunst der Gegenwart, die sich stets mit dem Ort und Themen der Nachhaltigkeit auseinandersetzt, hat sich das Kulturdenkmal zu einem Ort entwickelt, an dem Menschen Innenhalten und Impulse für nachhaltige Lebensformen gewinnen. Hier kommt es immer wieder zu Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung - ein Zeichen der Inklusion. Damit vollzieht sich auf dem Wintringer Hof ein fruchtbares Zusammenwirken von sozialem Auftrag, ökologischer Landwirtschaft, Gastfreundschaft, Kunst und Kultur. Das aktuelle Kunstprojekt [Ver]Wandlung, das in einer Skulptur des Bildhauers Martin Steinert auch die globale Vision der UNESCO-Biosphärenreservate zum Thema macht, bringt dies auf beeindruckende, künstlerische Sprache zum Ausdruck…,“ so der Geschäftsführer der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Obere Saar, Klaus Posselt.

„Die Kunstprojekte am KulturOrt Wintringer Kapelle verdeutlichen in hohem Maße, welche Bedeutung auch die Kunst und Kultur bei der Bewusstseinsbildung für Nachhaltigkeit und dem damit verknüpften Auftrag der UNESCO-Biosphärenreservate hat. Das aktuelle Kunstwerk visualisiert erstmals mit der Sprache der Kunst das globale Netzwerk von aktuell 714 Modellregionen, die sich über die ganze Erde verteilen. Wir stellen mit diesem Kunstprojekt alle derzeitigen UNESCO-Biosphärenreservate im Rahmen der MAB-Aktion PROUD TO SHARE vor, um damit als Biosphärenreservat Bliesgau einen Beitrag zur internationalen Vernetzung bei der nachhaltigen Wissensvermittlung zu leisten. Das UNESCO-MAB-Programms hat zum Ziel, diese Aktivitäten vor den Vorhang zu bringen und so zu zeigen, wie Biosphärenreservate durch das Engagement ihrer Bewohner erfolgreich zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele beitragen…“, erläutert der Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau, Dr. Gerhard Mörsch, das Kunstprojekt.

Kurzbiografie des Künstlers

Martin Steinert | 1959 in Saarbrücken geboren | 1979–81 Ausbildung zum Bildhauer | 1981–85 Studium der Kunstgeschichte, Universität Saarbrücken | 1984–87 Führung einer Galerie für zeitgenössische Kunst, Saarbrücken | seit 1988 ­freischaffender Bildhauer | 1999–2007 Atelier in der Alten Kapelle, Sulzbach | seit 2009 Atelier im KuBa | Internationales Kunstprojekt: www.woodencloud.de | www.martinsteinert.net

Realisierung der Skulptur „Weltenkreis Erde“: Martin Steinert (Bildhauer)
Kurator: Peter Michael Lupp, Regionalverband Saarbrücken (Idee/Konzeption/Text)
Kooperationspartner: Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Obere Saar e.V./Wintringer Hof, Regionalverband Saarbrücken, Biosphärenzweckverband Bliesgau, junge bühne auersmacher, katholische Kirchengemeinde Maria Heimsuchung,
Gemeinde Kleinblittersdorf, Deutsche UNESCO-Kommission

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