Kulturort Wintringer Kapelle    
Header-Grafik  
 
   

LEBENSADERN WEGE –
verbinden im Biosphärenreservat Bliesgau

Wenn Wege Landschaftsbilder malen

 
 

Die sanfte Hügellandschaft und die weiten Blickachsen begeistern viele Besucher bei Wanderungen im Bliesgau. Vielfach unerkannt bleibt dagegen eine kulturlandschaftliche Besonderheit: die Spuren einer Tradition des Wegebaus unter Verwendung des Steinvorkommens einer ursprünglichen Meereslandschaft –- dem Muschelkalk. Diese ureigene Tradition hat sich seit der Römerzeit in dieser Region entwickelt und bis vor etwa 50 Jahren bewahrt.

Die entstandenen Wege haben in das Landschaftsbild signifikante Adern mit unverwechselbarem kalkbeigem Farbton gemalt und gleichfalls lebensnotwendige Kreisläufe zwischen Mensch, Natur und Landschaft unterstützt. Die vorherrschende Technik Wege zu befestigen bestand im „Sticken“, d.h. in der Herstellung eines Verbundes von ausgewählten Muschelkalksteinen. Von Menschenhand ist so auf den versunkenen Wegen der Römer und Geleitherren des Mittelalters ein Wegenetz gewachsen. Schleichend verlieren sie jedoch in den letzten Jahrzehnten durch überformende Maßnahmen ihr landschaftsprägendes Gesicht.