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Schöpfung Erde Lebensraum Biosphäre Erkennen Verstehen Gestalten Handeln Poetisches + künstlerisches Sehen lernen         

Der Titel „Konzept über Leben[s]Kunst“ steht für Ideen und Projekte, die sich durch künstlerische bzw. kulturelle Konzepte und Prozesse entfalten, um zu einer werteorientierten und nachhaltigen Entwicklung unseres Lebensraumes beizutragen. Sie sollen Menschen zum bewussten Mit- und Weiterdenken inspirieren. Kunst begeistert Leben und künstlerisches und poetisches Sehen inspiriert nachhaltige Lebensformen.

Hintergrund

Durch unreflektiertes Wachstumsdenken, die Macht der Märkte und unser Konsumverhalten gerät das natürliche Gespür des Menschen für die Kostbarkeit des „Blauen Planeten“ – die Schöpfung – schleichend aus dem Lot. Die Suchbewegung nach der Kunst des guten Lebens spiegelt den Balanceakt auf der Werteskala, den eine Gesellschaft in ihrem jeweiligen Lebensraum für ihr Zusammenleben in Vielfalt und Harmonie mit der Natur generationsübergreifend im Alltag definiert. Übergeordnet entspricht ein gutes Leben der „conditio humana“.

Gemeint sind jene Grundbedingungen menschlicher Existenz, die die erforderlichen Lebensgrundlagen zukunftsfähig sicherstellen können. Sie entstehen letztlich nur durch schöpferisches Denken und Handeln. Allein ein stetiges Hinterfragen und Justierung der ethischen Grundlagen, die die Werte innerhalb Gesellschaften und ihren jeweiligen Lebensräumen bilden, ausformen und verlebendigen, verfeinert das kollektive Gedächtnis und inspiriert zu einem verantwortungsbewussten Handeln.

Die „Kunst des guten Lebens“ sucht also nach Ausgleich, Maß und Mitte. Sie ist Triebfeder des ökologischen Denkens, gibt Tun Sinn, entfacht Lebensfreude, generiert nachhaltiges und geistig-seelisches Wachstum einer Gesellschaft, vertieft Bewusstheit und verbreitet ethische Verantwortung und Zuversicht in einer gefährdeten Welt.

Diese elementare soziokulturellen Thematik und ihre drängenden Fragen werden oftmals durch eine unreflektierte Marktgläubigkeit der Politik aus den Entwicklungsstrategien unserer Lebensräume ausgeblendet.

Eine engagierte Kulturarbeit und themenbezogene künstlerische Reflexionen bietet einen der Schlüssel für ein neues, ganz anderes Verständnis von gutem Leben. Kein rational definierendes, vielmehr ein stärkendes, intuitives und erleuchtendes Verständnis.

Künstlerisches bzw. kulturelles Engagement zählt zu den wirkungsvollsten Instrumenten, um Grenzen auszuloten, Verkrustungen zu vermeiden, auf neue Art und Weise verstehen zu lernen. Im Spektrum einer bildnerischen Suchbewegung durch Bildende Kunst, Literatur, Theater und Musik gelingt dies besonders wirksam. Von innen nach außen entstehen Bilder und Essenzen für nachhaltige Lebensformen. Sie bewirken Bewusstheit, „Seins-Orientierung“, Aufmerksamkeit und [Lebens-]Raum für Intensität und Qualität. Menschen können diese Art und Weise ein künstlerisches und poetisches Sehen erfahren und erlernen.

Wäre der Kulturfaktor nicht ein prädestiniertes Gegengewicht, um ethisch-ökologischem Denken und Handeln wieder einen Platz im öffentlichen Diskurs und der regionalen Entwicklung zu sichern?

Die Entwicklung von kreativen Konzepten über die Kunst des guten Lebens – „Konzept über Leben[s]Kunst“ – und deren Verbreitung in den unterschiedlichsten Erfahrungsräumen von menschlichem Zusammenwirken, unterstützen das überlebensnotwendige Gleichgewicht zur zukunftsfähigen Bewahrung unserer Lebensräume. Sie zählen zum Kernauftrag in den „Laboren“ der UNESCO-Biosphärenreservate. Bereits die unscheinbarsten Konzeptionen und Ideen mit dieser Intention sind in der Lage, einen Virus zu verbreiten; einen Virus, der das soziale Gefüge von Gesellschaften ausbalanciert, kultiviert und humanisiert. Scheinbar nebenbei keimt Zuversicht und Hoffnung, verändert sich Bewusstsein, gestaltet sich Gesellschaft.

Broschüre „Konzept über Leben[s]Kunst“

Der Titel „KulturOrt Wintringer Kapelle“ steht für den Leitgedanken, die Besonderheiten des mittelalterlichen Bauwerks, seine poetische Kraft und seine wandelvolle Geschichte auf behutsame und authentische Weise in der Gegenwart zu nutzen. Im Zentrum der gegenwartsbezogenen Kulturarbeit steht die Vision, Menschen über die Sprache der Kunst für nachhaltigen Lebensformen zu begeistern.

Darin besteht das Experiment auch im Sinne einer künstlerischen Forschung: Was braucht der Mensch für das „Gute Leben“ in der synergetischen Begegnung mit seinem einzigartigen Lebensraum Erde? Mit dieser Ausrichtung der Idee erweitern KünstlerInnen die Erfahrungsräume dieses bedeutsamen Ortes durch ihren Beitrag, der durch einen öffentlichen Diskurs begleitetet wird. Das Programm wechselt – per annum – in Jahreszyklen. Darüber hinaus bietet der ursprünglich sakral geprägte Raum natürlich auch einen Ort der Kontemplation, der Stille, des Rückzugs und der Begegnung.

Weitere Erfahrungen im Experiment „Konzept über Leben[s]Kunst“ werden aktuell in verschiedenen Projekten gesammelt.