Kulturort Wintringer Kapelle    
Header-Grafik  
 
   

Die Wintringer Kapelle heißt "KulturOrt"

Sie ist weder ein Sakralraum für praktizierende Christen, noch eine "neue Galerie auf dem Lande". Sie steht inmitten einer vielfältigen, ökologisch orientierten Landwirtschaft, die mit der Lebenshilfe Obere Saar für Menschen mit Behinderung e. V. kooperiert. Insofern ist die "Kapelle" in das reale Leben räumlich eingebettet, aber auf andere Weise vorzüglich "nützlich".

 

Sie ist ein leerer Raum

Während draußen ökonomischer und ökologischer Austausch zwischen Menschen, Tier und Pflanze organisiert und Produktion geleistet wird, hält dieses Leben zwischen den Mauern der "Kapelle" an. So wird es möglich, dass im Prinzip und im Einzelfall, eine in der Evolution für manche überraschend ausgeprägte Begabung des homo sapiens sich hier ausleben kann: Über Existenz und Endlichkeit nachzudenken, Ereignisse des Lebens zu befragen und zu kommentieren.

Der Ort der Aufführung jenes in Bild, Wort, Ton oder Bewegung transformierten Lebens und der Ort der begleitenden Diskurse, das ist der KulturOrt. Auch dort wird an den Fragen des Lebens und Überlebens "gearbeitet." Die christliche Heilsbotschaft ist nur fragmentarisch – fast nicht mehr lesbar, doch die feine architektonische Struktur des Teilstücks versinnlicht eine geglaubte Überzeugung. Mit ihrer unmittelbaren Ausstrahlung kann die schöne "Kapelle" auch im 21. Jahrhundert Besucher anziehen.


Quelle und Refugium

In den letzten vier Jahren wurde sie aber vor allem deshalb von so vielen Menschen besucht (und hat Freunde gewonnen), weil der Stadtverband Saarbrücken mit der Stabsstelle für Regionalentwicklung ein beispielhaftes Konzept realisiert hat. Im Nachhinein klingt es so einfach, was zwölfmal ganz unterschiedlich gelang: Der KulturOrt Wintringer Kapelle war inspirierende Quelle und Refugium für Aufführungen zeitgenössischer Kultur. Das mittelalterliche Bauwerk wurde mit dem "Geist, der über die Mauer springt", geweckt. Fremde und nahe Besucher schwärmten von dem kleinen Ort, mit dem die Bewohner der Region so tief verbunden sind.

Vielfalt der Ideen und die "wechselnde Sinnlichkeiten" der vier mal vier Jahreszeiten anno 2004–2007 haben Kulturfreunde, Touristen, Wanderer und Passanten an den KulturOrt Wintringer Kapelle geführt.

Ein Funken Hoffnung mitten im übermäßig ökonomisch bestimmten Leben.

Till Neu, im Mai 2005