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Die Wintringer Madonna  

Die Wintringer Madonna

Zur ursprünglichen Ausstattung der spätgotischen Kirche in Wintringen gehörte die aus Lindenholz gefertigte Madonnenfigur, die heute im Museum in der Schlosskirche in Saarbrücken ausgestellt wird.

Diese sogenannte "Wintringer Madonna" entstand um 1480 und ist eine der wenigen erhaltenen spätgotischen Holzskulpturen aus der Saargegend. Der stilistischen Zuordnung nach bestehen Bezüge zur lothringischen und zur oberrheinischen Kunst, die in dieser Zeit wesentlich von dem bedeutenden Bildhauer Nikolaus Gerhaerts von Leyden geprägt wurde.

Die fein gearbeitete Marienfigur trägt das aufrecht sitzende Christuskind auf dem linken Arm. Sie ist mit langem Gewand und Umhang bekleidet, deren Faltenbildung starke formale Eigenständigkeit entwickelt, deutlich etwa an dem Mantelteil, der schildförmig vor dem Körper gehalten wird und so ein Gegengewicht zum Christuskind darstellt. Im Aufbau ist sie durch einen s-förmigen Schwung gekennzeichnet. Der Oberkörper ist nach hinten geneigt, wodurch sich das Kind sehr frei und eigenständig von ihr abhebt. Von der ursprünglichen farbigen Fassung der Skulptur ist nur noch wenig vorhanden. Die heute sichtbare Farbgebung ist nicht mehr die originale. Die restauratorischen Untersuchungen haben ergeben, dass der Umhang außen ursprünglich eine Polimentvergoldung hatte, der Umhang innen war mit Azurit, das Gewand der Maria mit einem zweischichtig aufgebauten Rot gefasst.