Kulturort Wintringer Kapelle    
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Der Künstler

Hermann Bigelmayr ist klassisch ausgebildeter Holzbildhauer. Nach eigenen Worten hat er eine großen Affinität für das Werk des spätgotischen Bildhauers Tilman Riemenschneider, in dessen Formensprache er bereits in frühen Jahren gearbeitet hat. International bekannt geworden ist er durch seine aufsehenerregenden, umweltpolitischen Projekte mit Großplastiken im öffentlichen Raum. Hervorzuheben ist eine Großplastik, die Bigelmayr 1992 als Preisträger eines internationalen Wettbewerbes vor dem GSF (Institut für Umwelt und Gesundheit) in Neuherberg bei München realisierte. Dieses Denkmal für einen Halm trägt ebenfalls den Titel "Die Grenzen des Wachstums" und legt die Spur seiner künstlerischen Intention, die nun am KulturOrt Wintringer Kapelle erneut aufkeimt und ihren Dialog sucht. Aus massiven Eichen, die 1990 beim Orkan Wiebke entwurzelt wurden, fertigte Bigelmayr eine 30 Meter lange Plastik. Sie zeigt einen auf den Boden gedrückten Weizenhalm, der die Natur als fragiles System offenbart, das unter dem hemmungslosen Wachstumsstreben des Menschen zusammenbricht. Ein zum Himmel aufsprießender Halm zitiert die Lebenskraft der Natur, die jedoch nur mit behutsamer Pflege durch die Menschen eine Zukunft hat… [www.hermannbigelmayr.de]

 
 

2010 Seerosenpreis der Landeshauptstadt München | 2010 Lehrauftrag Hochschule München, Fachbereich Architektur | 2004–08 Dozent an der Sommerakademie in Neuburg/Donau | 2001–02 Lehrauftrag an der Fachhochschule München, Fachbereich Architektur | 1998 Pasinger Kunstpreis | 1997 Workshop am Sculpture Project Bagamoyo in Tansania, Goethe Institut, Dar es Salaam | 1993/07 Projektförderung der Bayerischen Staatsregierung für eine Skulptur im öffentlichen Raum | 1988–90 Assistent an der Kunstakademie in München bei Prof. Hans Ladner | 1988 Förderpreis der Bayerischen Staatsregierung | 1984 Förderpreis der Stadt München | 1984–85 Auslandsstipendium der Studienstiftung in Florenz | 1982–83 Stipendium für ein Jahr des DAAD Deutscher Akademischer Austauschdienst in Paris | 1982 „Debutanten-Preis“ der Bayerischen Staatsregierung | 1980 Studienstiftung des deutschen Volkes | 1976–82 Studium an der Kunstakademie in München/ Meisterschüler bei Prof. Ladner/Diplom | 1958 geboren in Jettingen | Hermann Bigelmayr

 

Mit SKULPTUREN IM ÖFFENTLICHEN RAUM fasst der Bildhauer Hermann Bigelmayr beinahe 20 Jahre seines Schaffens von Großplastiken im Außenraum zusammen.

Schon früh fand Hermann Bigelmayr das ihm ureigenste Material, seiner künstlerischen Intention die angemessene Ausdrucksform zu verleihen: Eichenholz. Mag er angeregt gewesen sein durch Orkan Wiebke, der 1990 selbst massive Eichenstämme hinwegfegte, oder nachdenklich geworden durch den Umweltbericht des "Club of Rome" über die "Grenzen des Wachstums".

Hermann Bigelmayr schafft mit seinen massiven Skulpturen aus Eiche eine beinahe zwingende Auseinandersetzung mit der Umwelt. Auf den räumlichen Kontext seiner Arbeiten legt Hermann Bigelmayr großen Wert, erforscht Aufgabe und Inhalt des Ortes, begibt sich auf historische Spurensuche, untersucht das verbaute Material der umgebenden Architektur. Der umgebende Raum wird in die Skulptur aufgenommen, tritt durch die wechselseitig formulierte Wirkung in das Bewusstsein des Betrachters.

Anette Frankenberger, München