Kulturort Wintringer Kapelle    
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Bildsprache

Hermann Bigelmayrs künstlerische Ideen kommen aus der Mitte seines Seins. Sie sind auch Ausdruck seiner tiefen Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Lebens und was es ausmacht, diesem Planeten in der Zukunft eine Chance zu geben. Offensichtlich ist, dass der Künstler bei seinen zumeist überhöhten Arbeiten spätestens auf den zweiten Blick Verdrängtes sichtbar machen möchte. Er bringt die Betrachter zum Ruhigwerden, zum Aufsehen, zum Hinsehen, zum Ertasten seiner Botschaften. Indem er überhöhte Zeichen setzt, möchte er dem Betrachter Brücken bauen, für sich selbst Position zu beziehen und dann auch selbst zu handeln.

Für seine Installation am KulturOrt Wintringer Kapelle hat Hermann Bigelmayr Monate in seinem riesigen Atelier, einer ehemaligen Scheune eines alten Bauernhauses in der Nähe von Ulm, verbracht: Stunden, Tage, Wochen. Überschattet von der Katastrophe in Japan "kämpfte" Hermann Bigelmayr vor Ort mit dem Selbstverständnis seiner künstlerischen Position und seinem aktuellen Werk für die saarländische Kapelle… In diesem Prozess entpuppte sich aus den Ahornstämmen der Weizenhalm – fragil, überdimensioniert, zerbrechlich.

So wirkt der Halm zunächst in fast tänzerischer Ästhetik im Dialog mit der noch erkennbaren mittelalterlichen Baukonstruktion und dem Licht der Kapelle; bereits im nächsten Atemzug erscheint er anstrengend und herausfordernd, wie ein Mahnmal, provokativ und heilsam zugleich. Hermann Bigelmayr folgt kompromisslos seinem künstlerischen Gewissen, er führt mit seiner Holzplastik jeden aufmerksamen Betrachter letztendlich zur Frage nach der Zukunft dieses Planeten, nach der menschlichen Existenz und schließlich zur Frage nach sich selbst.